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Zahlen & Fakten

Seit einigen Jahren sind zunehmende Fluchtbewegungen weltweit zu beobachten. Rund 64 Millionen Menschen waren laut UNHCR Midyear Report 2016 weltweit auf der Flucht. 

Die meisten von ihnen leben als Binnenvertriebene in ihrem Herkunftsland oder in den Nachbarregionen. Für Deutschland stellten die Jahre 2015/2016 eine besondere Herausforderung im Rahmen der Flüchtlingspolitik dar.

Asylanträge in Deutschland

Die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge schwankt im historischen Verlauf erheblich. Gingen die Zahlen seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich zurück, steigen sie seit 2009 aufgrund zahlreicher Konflikt- und Notsituationen weltweit wieder an.

2016 erreichte die Anzahl der Asylanträge in Deutschland einen Höchststand: Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtling (BAMF) 722370 Erstanträge auf Asyl, 196.734 fielen dabei auf Nordrhein-Westfalen. Viele dieser Menschen waren bereits 2015 eingereist, konnten aber aufgrund der Überlastungen beim BAMF erst 2016 einen Asylantrag stellen. 

Nach Ankunft und Registrierung in Deutschland werden Geflüchtete nach einem Quotensystem auf die Bundesländer verteilt. Der sogenannte „Königsteiner Schlüssel“  wird jährlich von der Bund-Länder-Kommission ermittelt und legt fest, welchen Anteil der Asylsuchenden jedes Bundesland aufnimmt. Er richtet sich nach dem Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl.

Für NRW liegt die Quote der aufzunehmenden Geflüchteten 2017 bei 21,14%.

Herkunftsländer

Die zehn häufigsten Herkunftsländer bei Asylerstanträgen von Januar – Mai 2017 waren Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Iran, Somalia, Nigeria, Türkei, Guinea und Russland. Mehr als ein Drittel (42,6 Prozent) entfallen dabei auf die drei ersten Staatsangehörigkeiten.

Allein aus Syrien kamen 23 Prozent aller Geflüchteten (2016 waren es sogar 36,6 Prozent). 

Alter/Geschlecht

Über 70 Prozent der Asylantragsstellerinnen und Antragssteller sind unter 30 Jahre alt.

Der Anteil der männlichen Geflüchteten ist höher als der Anteil weiblicher Geflüchteter. 2016 waren rund 34 Prozent der Geflüchteten weiblich, 66 Prozent männlich.

Bildungsstand

Repräsentative Zahlen über die Qualifikationen und den Bildungsstand von Geflüchteten existieren bisher wenige. 

Während der Asylerstantragstellung erhebt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Kurzanalyse zu Sozialstruktur und dem Qualifikationsniveau. Neben den Stammdaten wie Geschlecht, Alter, Familienstand und Muttersprache werden auf freiwilliger Basis auch Daten zur Schulbildung und dem zuletzt ausgeübten Beruf erfragt. Es handelt sich dabei um Selbstauskünfte, für die keine Nachweise erbracht werden müssen. Das Schulsystem und der Arbeitsmarkt im Heimatland sind nicht immer mit dem deutschen vergleichbar. Trotzdem geben diese Daten einen ersten Einblick in die Qualifikationsstruktur der Geflüchteten.

Über ein Drittel der befragten Asylerstantragsteller aller Herkunftsländer besuchte eine Hochschule oder Gymnasium. Nur 10 Prozent haben keine formelle Schulbildung. Allerdings hat ebenfalls ein gutes Fünftel nur maximal vier Jahre eine Schule besucht. 30,6 Prozent gaben eine Mittelschule als höchste besuchte Bil­dungseinrichtung an. Asylerstantragsteller aus dem Iran und Syrien haben überdurchschnittlich oft eine univer­sitäre oder sekundäre Bildung. Über ein durchschnittlich geringeres Bildungsniveau verfügen dagegen Asylerstan­tragsteller aus Somalia und Afghanistan, was auf die langanhaltenden Konflikte im Herkunftsland zurückzuführen ist, die eine kontinuierliche Schulbildung verhindern