Koordinierungsstelle

Über uns

Mit dem Ziel, Akteureinnen und Akteure zu unterstützen, geflüchtete Menschen für die Gesundheits- und Pflegefachberufe zu gewinnen und zu qualifizieren, hat die Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“ im November 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Mit Blick auf den weiter zunehmenden Fachkräftebedarf in den Gesundheits- und Pflegefachberufen sowie auf die Herausforderungen der Integration von Geflüchteten, leistet die Koordinierungsstelle einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser gesellschaftlichen Herausforderung.

Drei Schwerpunkte kennzeichnen die Arbeit der Koordinierungsstelle:

  1. Bereitstellung von Informationen und Materialien
  2. Beratung von Akteurinnen und Akteuren aus den Arbeitsfeldern Pflege und Gesundheit, Arbeitsmarkt und Arbeitsförderung sowie Migration
  3. Unterstützung der Netzwerkarbeit

Themenschwerpunkte

Aus dem Austausch mit den Akteurinnen und Akteuren im Pflege- und Gesundheitsbereich haben sich sieben Themenbereiche heraus entwickelt, die die weitere Arbeit der Koordinierungsstelle strukturieren:

  1. Gewinnung: Interessierte Menschen für die Einrichtungen im Bereich der Pflege und Gesundheit zu gewinnen steht im Fokus vieler Akteurinnen und Akteure im Gesundheits- und Pflegebereich. Wie kann es gelingen,  das Interesse von geflüchteten Menschen für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu wecken?
  2. Berufsvorbereitung: Das deutsche Gesundheitswesen sowie das deutsche Ausbildungssystem sind für geflüchtete Menschen oft vollkommen fremd. Auch die Berufsbilder und Rollen sowie deren Aufgaben- und Verantwortungsbereiche unterscheiden sich von denen im Heimatland. Wie kann eine Orientierung in den Systemen erfolgen und wie können Geflüchtete an die Berufsfelder und Rollen in der Praxis herangeführt werden?
  3. Ausbildungseinmündung: Um eine Ausbildung in den Gesundheits- und Pflegeberufen beginnen zu können, müssen die formalen Voraussetzungen wie zum Beispiel ein entsprechender Schulabschluss erfüllt sein. Aber auch die deutsche Sprache muss in ausreichendem Umfang beherrscht werden. Wie können geflüchtete Menschen dabei unterstützt werden, die formalen Voraussetzungen für die Ausbildung zu erfüllen und wie können Sprachkenntnisse vor- und/oder während der Ausbildung erworben werden?
  4. Ausbildung: Die Ausbildungen in den Gesundheits- und Pflegeberufen sind anspruchsvoll. Geflüchtete Menschen beginnen die Ausbildung oftmals unter erschwerten Bedingungen und bedürfen besonderer Unterstützung, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Wie kann diesen Unterstützungsbedarfen optimal begegnet werden?
  5. Berufseinmündung: Eine strukturierte und begleitete Berufseinmündung kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen nach der Ausbildung in dem Beruf zu verbleiben. Wie kann die Einmündung in einen Gesundheits-oder Pflegeberuf bestmöglich begleitet werden?
  6. Berufsanerkennung: Um in Deutschland in einem reglementierten Beruf wie zum Beispiel der Gesundheits- und Krankenpflege arbeiten zu können, muss ein im Ausland erworbener Berufsabschluss anerkannt werden. Wie können geflüchtete Menschen bestmöglich beim Prozess der beruflichen Anerkennung begleitet werden?
  7. Alternativberufe: Gesundheits- und Pflegeberufe sind nicht für jeden geflüchteten Menschen die passenden Berufe. Wie können bestmöglich berufliche Alternativen aufgezeigt und vermittelt werden, wenn dies festgestellt wird?

Auf Basis der Arbeitsergebnisse der Koordinierungsstelle werden – gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort – geeignete Qualifizierungs- und Integrationskonzepte entwickelt und erprobt und kontinuierlich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Zielgruppen

Als zentraler Ansprechpartner richtet sich die Koordinierungsstelle an Akteurinnen und Akteure, die geflüchteten Menschen eine berufliche Perspektive im Pflege- und Gesundheitsbereich bieten möchten. Zu ihnen zählen unter anderem Beratungsstellen, Fachseminare für Altenpflege, Krankenpflegeschulen, stationäre sowie auch ambulante Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Ehrenamtliche sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Doppelstrukturen vermeiden

Um Doppelstrukturen zu vermeiden, steht die Koordinierungsstelle im engen Kontakt mit den Organisationen, in deren Zuständigkeit die Aufnahme und Integration von Geflüchteten liegt. Dazu gehören unter anderem Kommunen, Bezirksregierungen, Arbeitsagenturen, Beratungsstellen sowie Akteurinnen und Akteure aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich. Ein gut aufgestelltes Netzwerk aus Gesellschaft und Politik unterstützt die Koordinierungsstelle bei ihrer Arbeit und bringt zusätzliche Fachexpertise in den Aufbau der Koordinierungsstelle ein.

Förderung

Die Koordinierungsstelle für Geflüchtete in Pflege- und Gesundheitsfachberufen NRW ist ein Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen (LAG FW NRW). Wir werden aus Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) gefördert sowie aus anteiligen Mitteln der LAG FW NRW finanziert. Projektträger ist der Paritätische NRW. Umgesetzt wird das Projekt von der Paritätischen Akademie LV NRW e. V.

Infomaterial

Einen kompakten Überblick über die Aufgaben und das Angebot der Koordinierungsstelle erhalten Sie in unserem Informationsflyer. Der Flyer steht hier zum Download zur Verfügung.