Healthcare

Pflegefachfrau/Pflegefachmann

Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe, das im Jahr 2017 verkündet wurde, wurde der Grundstein für eine neue und zukunftsfähige Pflegeausbildung gelegt: Die generalistische Ausbildung mit dem Berufsabschluss Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. Die Ausbildung startet regelhaft ab dem Jahr 2020 und löst die drei bisher nebeneinander stattfindenden Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ab. In den vergangenen Jahren haben bereits zahlreiche Ausbildungsstätten die neue (generalistische) Form der Ausbildung im Rahmen von Modellvorhaben erprobt und gute Erfahrungen gemacht. Die aktuellen Ausbildungen können noch bis zum Jahr 31.12.2019 begonnen werden.

Ausbildung

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann dauert drei Jahre. In den ersten beiden Jahren findet die generalistische Ausbildung in Theorie und Praxis statt. Im dritten Jahr wählen die Auszubildenden ein Feld aus, in dem sie vertiefende Kenntnisse erlangen wollen (Altenpflege oder Kinderkrankenpflege) oder werden vollständig generalistisch ausgebildet. Im Rahmen der Reform wurden auch so genannte „vorbehaltene Tätigkeiten“ definiert. Dies sind Tätigkeiten, die nur Personen mit einer Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz ausführen dürfen. Dazu gehört beispielweise die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses. Die Ausbildung kann auch in Teilzeit stattfinden und darf dann bis zu fünf Jahren dauern. Die Ausbildung besteht aus theoretischem und fachpraktischem Unterricht sowie der praktischen Ausbildung. Blöcke von theoretischen und praktischen Ausbildungsphasen wechseln sich dabei ab. Ein angemessenes Gehalt wird während der gesamten Ausbildung vom Träger der praktischen Ausbildung gezahlt. Die theoretische und fachpraktische Ausbildung ist kostenfrei.

Theoretische Ausbildung

Die theoretische und fachpraktische Ausbildung findet an staatlichen, staatlich genehmigten oder staatlich anerkannten Pflegeschulen statt und umfasst mindestestens 2.100 Stunden. Die Pflegeschule trägt die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterricht mit der praktischen Ausbildung. Während der Ausbildung erwerben die Teilnehmenden pflegewissenschaftliche, medizinische und weitere bezugswissenschaftliche Kenntnisse sowie  generalistische Handlungskompetenzen für die selbstständige und prozessorientierte Pflege von Menschen in unterschiedlichen Seetings und Pflegesituationen.

Der theoretische und fachpraktische Unterricht ist in fünf Kompetenzbereiche gegliedert:

  •     Kompetenzbereich 1: Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren.
  •     Kompetenzbereich 2: Kommunikation und Bertaung personen- und situationsbezogen gestalten.
  •     Kompetenzbereich 3: Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen systemischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten.
  •     Kompetenzbereich 4: Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien reflektieren und begründen.
  •     Kompetenzbereich 5: Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen reflektieren und begründen.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 2.500 Stunden und beginnt beim Träger der praktischen Ausbildung (Orientierungseinsatz). Dort findet mit mindestens 1.300 Stunden auch der größte Teil der praktischen Ausbildung statt. Weitere Einsätze ergeben sich beispielsweise durch die vorgeschriebenen Pflichteinsätze in der psychiatrischen Versorgung. Der Vertiefungseinsatz im letzten Ausbildungsdrittel soll beim Träger der praktischen Ausbildung erfolgen. Der Transfer der Ausbildungsinhalte in die Einrichtungen vor Ort wird durch die Praxisbegleitung der Pflegeschule unterstützt und geprüft. In den Einrichtungen unterstützt die Praxisanleitung die Auszubildenden dabei, ihre praktischen Lernziele zu erreichen. 

Zugangsvorausetzungen

Um eine Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann beginnen zu können, müssen die Interessierten gesundheitlich und persönlich geeignet sein sowie mindestens über eine abgeschlossene zehnjährige Schulbildung verfügen. Wer bereits eine Ausbildung in der Altenpflegehilfe oder Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz erfolgreich abgeschlossen hat, die vor dem 31.12.2019 begonnen wurde, ist ebenfalls berechtigt, die Fachkraftausbildung zu beginnen. Die persönliche Eignung muss durch ein Führungszeugnis nachgewiesen werden, die gesundheitliche Eignung durch ein Gesundheitszeugnis.

Gehalt

Zum Gehalt als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann liegen noch keine Erfahrungen vor.

Bewerbung

Wer eine Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann beginnen möchte, benötigt einen Schulplatz für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie eine Ausbildungsstelle beim Träger der praktischen Ausbildung. Diese können identisch sein. Die Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz erfolgen bei der Pflegeschule. Die Schulen verfügen über Kooperationspartner für die Ausbildung und können bei der Suche nach einem Träger der praktischen Ausbildung untestützen, wenn Schule und Träger nicht identisch sind.