Healthcare

Medizinisch-technische Radiologieassistenz

Die Medizinisch-Technische Radiologieassistenz ist eine der vier staatlich anerkannten Medizinisch-Technischen Assistenzberufe (MTA) in Deutschland.
Medizinisch-Technische Radiologieassistentinnen und Assistenten führen diagnostische Untersuchungen mit Hilfe hochkomplexer technischer Apparate wie Röntgen, Computertomographen und Magnetresonanztomographen durch, um Krankheiten, Frakturen oder Fehlfunktionen von Organen bildhaft darzustellen.
In der Strahlentherapie setzen sie in Zusammenarbeit mit Ärzten und Medizinphysikern Bestrahlungspläne zur Behandlung von gutartigen und bösartigen Tumoren um. Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Nuklearmedizin. Hier erstellen sie beispielweise Szintigramme, also Aufnahmen, die durch das Verstoffwechseln von zuvor injizierten radioaktiven Substanzen möglich werden.
Medizinisch-Technische Radiologieassitentinnen und Assistenten arbeiten in Krankenhäusern und Kliniken, aber auch in radiologischen Praxen. Viele Tätigkeiten in der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz werden selbstständig durchgeführt und sind Personen mit einer entsprechenden Berufsausbildung vorbehalten.

Ausbildung

Die Ausbildung in der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz dauert in Vollzeit drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Der theoretische und praktische Unterricht findet an staatlich anerkannten Fachschulen in öffentlicher oder freier Trägerschaft statt. Die praktische Ausbildung wird in Kliniken, Krankenhäusern und spezialisierten radiologischen Praxen absolviert.
Während der dreijährigen Ausbildungszeit wird kein Ausbildungsvergütung gezahlt. Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, besteht bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen die Möglichkeit eine Förderung nach dem Bundesausbildungs-förderungsgesetz (BAföG) zu beantragen.
Für die Ausbildung an Schulen in öffentlicher Trägerschaft muss in der Regel kein Schulgeld entrichtet werden. Es können aber Kosten für Unterrichtsmaterialien, Lehrbücher und Schutzkleidung entstehen. Die Kosten für die Ausbildung an privaten Schulen können von Schule zu Schule unterschiedlich ausfallen. Informationen zu Schulgeld und ggf. über Aufnahme- und Prüfungsgebühren erhalten Sie über die Website des jeweiligen Bildungsanbieters. Ein Impfschutz gegen Hepatitis B wird in der Regel vorausgesetzt beziehungsweise muss zu Beginn der Ausbildung durchgeführt werden. Hier können weitere Kosten entstehen.

Theoretische Ausbildung

Der theoretische und praktische Unterricht findet an staatlich anerkannten Schulen für technische Assistenten in der Medizin statt und umfasst insgesamt 2.800 Stunden. Es werden Inhalte in 21 Fächern vermittelt, die auf den beruflichen Alltag vorbereiten:

  • Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
  • Mathematik
  • Biologie und Ökologie
  • Hygiene
  • Physik
  • Statistik
  • EDV und Dokumentation
  • Chemie/Biochemie
  • Anatomie
  • Physiologie
  • Krankheitslehre
  • Erste Hilfe
  • Psychologie
  • Fachenglisch
  • Immunologie
  • Bildverarbeitung in der Radiologie
  • Radiologische Diagnostik und andere bildgebende Verfahren
  • Strahlentherapie
  • Nuklearmedizin
  • Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutzverordnung
  • Elektrodiagnostik

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung findet in speziellen Funktionsbereichen in Kliniken, Krankenhäusern und radiologischen Praxen statt und umfasst 2.600 Stunden in:

  • Radiologischer Diagnostik und anderen bildgebenden Verfahren
  • Strahlentherapie
  • Nuklearmedizin

Im Rahmen der praktischen Ausbildung ist zudem ein sechswöchiges Krankenpflegepraktikum zu absolvieren, das die Auszubildenden mit den Arbeitsabläufen und Tätigkeiten in der Krankenpflege vertraut machen soll.

Zugangsvoraussetzungen 

Um eine Ausbildung in der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz beginnen zu können, müssen interessierte Bewerberinnen und Bewerber gesundheitlich geeignet sein sowie über eine abgeschlossene Realschulbildung, eine andere gleichwertige Ausbildung oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer verfügen. Bei Aufnahme der Ausbildung werden je nach Fachschule gegebenenfalls weitere Unterlagen benötigt: Der Nachweis über die gesundheitliche Eignung durch ein aktuelles ärztliches Gesundheitszeugnis; die Geburtsurkunde gegebenenfalls Heiratsurkunde, sowie ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis.

Gehalt

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt zwischen 2.200 und 2.380 Euro brutto im Monat. Es bestehen allerdings Unterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitgebern.

Bewerbung

Wer eine Ausbildung in der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz beginnen möchte, benötigt einen Schulplatz an einer Fachschule. Die Bewerbung für einen Schulplatz erfolgt direkt bei der Fachschule. Unter www.dvta.de finden Sie eine Übersicht über Fachschulen, die Ausbildungsplätze in der Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz anbieten.

Weiterführende Links

Gesetz über die technischen Assistenten in der Medizin (MTAG)

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV)

Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (RöV)

Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (StrlSchV)

Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e. V.