Healthcare

Hebamme/Entbindungspfleger

Hebammen und Entbindungspfleger beraten und betreuen Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie übernehmen Vorsorgeuntersuchungen, überwachen Risikoschwangerschaften und führen komplikationslose Entbindungen selbstständig durch. Nach der Geburt kümmern sie sich um das Neugeborene und versorgen die Entbundene. Zuhause werden die Mütter und ihre Neugeborenen bis zu acht Wochen von einer Hebamme oder einem Entbindungspfleger weiterbetreut. In der Zeit beraten sie regelmäßig zu Fragen des Stillens, zur Säuglingspflege- und -ernährung und zur Rückbildung. Tätig sind Hebammen und Entbindungspfleger vor allem in Krankenhäusern, aber auch in Geburtshäusern, in Hebammenpraxen oder als selbstständige Hebammen/Entbindungspfleger können sie tätig sein.

Ausbildung

Die Ausbildung zur Hebamme/zum Entbindungspfleger dauert drei Jahre und findet in der Regel in Vollzeit statt. Blöcke von theoretischen und praktischen Ausbildungsphasen wechseln sich dabei ab. Die theoretische Ausbildung findet an Hebammenschulen statt. Zeitgleich sind die Auszubildenden in einer Klinik beschäftigt, die auch das Ausbildungsgehalt zahlt. Das Gehalt wird über die gesamte Dauer der Ausbildung gezahlt.

Die Höhe des Gehalts kann sich von Einrichtung zu Einrichtung unterscheiden. Als Richtwert können folgende Bruttobeträge gesehen werden:

  • 980 Euro im 1. Ausbildungsjahr
  • 1.040 Euro im 2. Ausbildungsjahr
  • 1.140 Euro im 3. Ausbildungsjahr

Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung umfasst 1.600 Stunden. In der Ausbildung werden theoretische und fachpraktische Kenntnisse in den folgenden Themenbereichen vermittelt:

  • Anatomie und Physiologie
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Schwangerenbetreuung
  • Wochenbettbetreuung
  • Hebammentätigkeit
  • Kinderheilkunde
  • Ernährungslehre
  • Hygiene
  • Arzneimittellehre
  • Mikrobiologie
  • Chemie
  • Psychologie
  • Organisation im Krankenhaus
  • Berufs-, Staatsbürger- und Gesetzeskunde

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst 3.000 Stunden. Sie besteht aus Einsätzen im Kreißsaal, auf der Wochenstation, der Neugeborenenstation, der operativen und nichtoperativen Pflegestation, im Operationssaal, in der Kinderklinik sowie in der freien Hebammenpraxis.

Zugangsvoraussetzungen

Um eine Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger beginnen zu können, müssen die Interessierten gesundheitlich und persönlich geeignet sein sowie mindestens über eine abgeschlossene zehnjährige Schulbildung verfügen. Wurde bereits eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege oder in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erfolgreich abgeschlossen, kann die Ausbildung um zwölf Monate verkürzt werden. Die persönliche Eignung muss durch ein Führungszeugnis nachgewiesen werden, die gesundheitliche Eignung durch ein Gesundheitszeugnis. Beide Dokumente dürfen nicht älter als drei Monate sein.

Gehalt

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt zwischen 2.600 und 3.400 Euro brutto. Das Entgelt unterscheidet sich jedoch von Arbeitgeber zur Arbeitgeber.

Bewerbung

Wer eine Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger beginnen möchte, benötigt einen Schulplatz bei einer Hebammenschule. Die Bewerbung für einen Schulplatz erfolgt in der Regel direkt bei der Fachschule. Unter www.hebammenverband.de finden Sie eine Übersicht von Hebammenschulen, die Ausbildungsplätze anbieten.

Weiterführende Links

Deutscher Hebammen Verband e. V.

Gesetz über den Beruf der Hebamme und des Entbindungspflegers (Hebammengesetz - HebG)

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen und Entbindungspfleger (HebAPrV)