Healthcare

Anästhesietechnische Assistenz

Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten leisten einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung und Betreuung von Patientinnen und Patienten vor, während und nach einer Narkose oder einer schmerztherapeutischen Behandlungen. Zu ihren Aufgaben gehört die selbstständige Vor- und Nachbereitung des Narkose-Arbeitsplatzes mit Medikamenten, Narkosegeräten und Monitoren zur Überwachung der Vitalzeichen. Sie unterstützen die Anästhesistin und den Anästhesisten bei der Einleitung der Narkose, der Aufrechterhaltung der Narkose während des operativen Eingriffs und der Beendigung der Narkose. Im Aufwachraum versorgen Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten die Patientinnen und Patienten bis zur endgültigen Verlegung auf die Station.
Da nicht alle Patientinnen und Patienten während der Narkose bewusstlos sind, ist nicht nur medizinisches und technisches Wissen gefragt, sondern auch Verständnis und Einfühlungsvermögen für die zu versorgenden Personen. Die Ausbildung soll Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten dazu befähigen bestimmte Aufgaben eigenverantwortlich oder im Rahmen der Mitwirkung auszuführen. Dafür arbeiten sie stets interdisziplinär mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen. Neben den Narkosen im operativen Bereich arbeiten Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten zum Beispiel im Aufwachraum, der Endoskopie, der Notfallambulanz oder in speziellen Facharztpraxen sowie in Zentren für ambulantes Operieren.

Ausbildung

Die Ausbildung in der Anästhesietechnischen Assistenz wird nach den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) durchgeführt und dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre. Der theoretische Unterricht findet an anerkannten Fachschulen (ATA-Schulen) in öffentlicher oder freier Trägerschaft statt, die in Kooperation mit Krankenhäusern und Kliniken stehen oder diesen direkt angegliedert sind. Dabei wechseln sich theoretischer Unterricht sowie die praktische Ausbildung in der Regel in Blockphasen ab. Während der Ausbildung wird gemäß den Richtlinien der DKG eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt, die je nach Ausbildungsträger unterschiedlich ausfallen kann. Als Orientierung können folgende Bruttobeträge gesehen werden:

  • 875 € bis 930 € im 1. Ausbildungsjahr
  • 937 € bis 1.017 € im 2. Ausbildungsjahr
  • 1.038 € bis 1.118 € im 3. Ausbildungsjahr

Schulgeld wird für die Ausbildung in der Regel nicht erhoben. Die Ausbildung wird mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung abgeschlossen und berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung „Anästhesietechnische Assistentin/Anästhesietechnischer Assistent“ (DKG).
 

Theoretische Ausbildung

Der theoretische Unterricht findet an ATA-Schulen statt und umfasst mindestens 1.600 Stunden. Die theoretischen Inhalte sind dabei in vier Lernbereiche gegliedert:

  • Lernbereich I: Kernaufgaben der Anästhesietechnischen Assistenz (z. B. Medizinisch-technische Geräte vorbereiten, bedienen und nachbereiten)
  • Lernbereich II: Spezielle Aufgaben der Anästhesietechnischen Assistenz (z. B. Anästhesieassistenz geplant und strukturiert ausführen)
  • Lernbereich III: Ausbildungs- und Berufssituationen der Anästhesietechnischen Assistenz (z. B. Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zur reflektieren und bewältigen)
  • Lernbereich IV: Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen (z. B. Berufliches Handeln an wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten)

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung in den Krankenhäusern und Kliniken umfasst mindestens 3.000 Stunden und findet unter fachkundiger Anleitung von Fachpflegepersonen oder Anästhesietechnischen Assistentinnen und Assistenten mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation statt. Die praktische Ausbildung wird dabei unterteilt in Pflichtfachgebiete (insgesamt 1.200 Stunden):

  • Abdominalchirurgie
  • Traumatologie oder Orthopädie
  • Gynäkologie/Kreißsaal oder Urologie

Wahlpflichtfachgebiete (insgesamt mindestens 600 Stunden, dabei mindestens 200 Stunden je Fachgebiet) unter anderem:

  • Gefäßchirurgie
  • Augenchirurgie
  • Hals-Nasen-Ohren Chirurgie
  • Thoraxchirurgie
  • Neurochirurgie
  • Anästhesie bei Kindern
  • Aufwachraum

Weitere Pflichteinsatzgebiete (insgesamt 1.200 Stunden):

  • Ambulantes Operieren (§ 115b SGB V)
  • Ambulanz/Notfallaufnahme
  • Zentralsterilisation
  • Schmerzambulanz
  • Endoskopie
  • Operationsdienst
  • Pflegepraktikum auf einer Station eines chirurgischen Fachgebietes

Zugangsvoraussetzungen 

Um eine Ausbildung in der Operationstechnischen Assistenz beginnen zu können, müssen interessierte Bewerbende gesundheitlich geeignet sein sowie über eine abgeschlossene Realschulbildung, eine andere gleichwertige Ausbildung oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer verfügen. Bei einem Hauptschulabschluss ermöglicht eine im Anschluss abgeschlossene einjährige Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder der Altenpflegehilfe den Zugang zur Ausbildung.

Gehalt

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung entspricht zumeist dem Einstiegsgehalt in der Gesundheits- und Krankenpflege und beträgt brutto zwischen 2.400 und 2.600 Euro im Monat. Es bestehen allerdings Unterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitgebern.

Bewerbung

Wer eine Ausbildung in der Anästhesietechnischen Assistenz beginnen möchte, benötigt einen Schulplatz für den theoretischen Unterricht sowie eine Ausbildungsstelle bei einem Träger für die praktischen Ausbildung (Krankenhäuser und Kliniken). Einige Krankenhäuser und Kliniken haben angeschlossene ATA-Schulen, die Bewerbung kann dann direkt dort erfolgen. Anderenfalls erfolgt die Bewerbungen für einen Schulplatz und einen Ausbildungsplatz getrennt voneinander. Sowohl die Fachschulen als auch die Ausbildungsträger verfügen dann in der Regel über Kooperationspartner für den jeweiligen Ausbildungsteil und können bei der Bewerbung unterstützen. Unter www.ata-info.de finden Sie eine Übersicht anerkannter ATA-Schulen.

Weiterführende Links

DKG-Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistentinnen/Assistenten

Deutscher Bundesverband der Schulen für Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten (DBVSA) e. V.