Healthcare

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Das deutsche Gesundheitssystem kann in zwei Bereiche unterteilt werden: den ambulanten und den stationären Bereich (vdek 2017). Zum stationären Bereich zählen beispielsweise Kliniken und stationäre Pflegeeinrichtungen. Zum ambulanten Bereich werden unter anderem ambulante Pflegedienste, Arztpraxen und Erbringer von Heilmitteln, wie zum Beispiel Ergo- und Physiotherapeuten, gezählt. In beiden Bereichen zeichnet sich ein zunehmender Fachkräftebedarf ab, der besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen an Bedeutung gewinnt.

Alternde Gesellschaft 

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland ist in den vergangen Jahren gestiegen und steigt weiter an. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Lebenssituation in Deutschland verbessert hat und der medizinische Fortschritt zu einem Rückgang der Sterblichkeit bei Erkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen geführt hat. Die Menschen leben somit länger und sterben erst in einem hohen Alter, was zu einem gestiegenen Altersdurchschnitt in der Bevölkerung führt. Aber auch die Zahl der hochaltrigen Menschen ist angestiegen (bpb 2017). Aufgrund dieser Veränderungen steigt der Anteil der Menschen, die pflegebedürftig sind, weil Pflegebedürftigkeit oft mit einem hohen Alter einhergeht. In einem Alter von über 90 Jahren ist die Hälfte der Personen von Pflegebedürftigkeit betroffen (SVR-Gesundheit 2009). Damit steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Personal, das sich um die Betroffenen kümmert.

Zunehmender Fachkräftebedarf

Seit Jahren zeichnet sich ein zunehmender Fachkräftebedarf in den Gesundheitsberufen ab, der immer deutlicher zu spüren ist. Es wird erwartet, dass der Fachkräftebedarf auch in Zukunft weiter steigt. Die Ergebnisse der Landesberichterstattung Gesundheitsberufe 2015 Nordrhein-Westfalen (MGEPA 2016) zeigen eine Unterdeckung von gut 2.300 Vollzeitstellen für das Jahr 2016 in den dreijährig qualifizierten Pflegeberufen auf. 

Aber nicht nur in den Pflegeberufen werden dringend Fachkräfte gebraucht. Auch in den therapeutischen Gesundheitsfachberufen steigt die Nachfrage nach qualifiziertem Personal kontinuierlich an. Die Gesundheits- und Pflegeberufe stellen somit eine sinnvolle und sichere berufliche Perspektive für geflüchtete Menschen dar. 

Einstieg in den Aufstieg

In den Pflegeberufen bieten die Helferberufe mit den Berufsbildern der Altenpflegehilfe und Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz  sehr gute Möglichkeiten, um in das Berufsfeld Pflege einzusteigen. Mit einem erfolgreichen Abschluss in den Helferberufen, steht die Möglichkeit offen, in die Fachkraftausbildung einzusteigen. Wurde die Ausbildung in einem der Helferberufe besonders gut abgeschlossen, kann die Fachkraftausbildung um ein Jahr verkürzt werden. Aber auch nach der Ausbildung zur Fachkraft gibt es viele Möglichkeiten, sich fortzubilden und weiter zu qualifizieren, um mehr mitbestimmen zu können und mehr Verantwortung tragen zu dürfen. Wer sich entscheidet, sich weiter zu qualifizieren, hat verschiedene Möglichkeiten:

  • Fortbildungen: Sie dauern meist einen oder mehrere Tage. Es wird beispielsweise spezifisches Wissen zu einem Krankheitsbild, zu Behandlungstechniken, zu Kommunikationstechniken oder über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen vermittelt.
  • Weiterbildungen: Weiterbildungen dauern in der Regel länger als Fortbildungen und häufig müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, wie zum Beispiel eine längere Berufserfahrung, um an Weiterbildungen teilnehmen zu können. Mit einer Weiterbildung wird das Fachwissen in einem Bereich vertieft und erweitert. Oft ergibt sich daraus die Möglichkeit, in speziellen Fachbereichen, wie zum Beispiel der Gerontopsychiatrie r der Intensivpflege oder der Anästhesiepflege tätig zu sein. 
  • Studium: In den Pflege- und Gesundheitsberufen besteht die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung zu studieren und neben dem Staatsexamen auch den Bachelorabschluss in einem der Berufe zu erwerben. Wer bereits eine Ausbildung in einem Pflege- oder Gesundheitsberufe abgeschlossen hat, kann sich mit einem Bachelor- beziehungsweise Masterstudium weiterqualifizieren. Damit das Studium aufgenommen werden kann, muss in der Regel die Hochschulreife  (Fachabitur/Abitur) vorliegen. 

Auf der Seite www.pflegestudium.de finden Sie eine Übersicht über die Studienstandorte, die ein Studium in den Pflege- und Gesundheitswissenschaften anbieten. Auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen finden Sie eine Liste der sieben Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen von Modellprojekten eine hochschulische Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen anbieten.

Kultursensible Versorgung ermöglichen

Leistungen für Familien mit Migrationshintergrund werden nur unzureichend abgerufen (MGEPA 2016). Um die Zielgruppe bestmöglich erreichen zu können, ist eine kultursensible Versorgung notwendig. Geflüchtete Menschen können diese ermöglichen, da sie über die notwendigen sprachlichen und kulturellen Voraussetzungen verfügen.

Weiterführende Links

Informationsportal Pflegestudium.de

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen